Stellungnahme des Sachgebiets „Betrieblicher Brandschutz“

Das Löschmittel Kohlendioxid (CO₂) wird sowohl in stationären Lösch­anlagen wie auch in tragbaren und fahrbaren Feuerlöschern bereitgestellt. Bevorzugte Einsatzgebiete sind beispielsweise elektrische Betriebsräume, Serveranlagen und Laboratorien, da das Löschmittel CO₂ rückstandsfreilöscht. CO₂ ist farblos, geruchlos und schwerer als Luft.

Der Löscheinsatz mit CO₂ Feuerlöschgeräten kann in kleinen und engen Räumen jedoch lebensgefährlich sein. Beim Löschen kann durch das in Sekunden freigesetzte CO₂ Volumen sehr schnell eine hohe Konzentration von CO₂ in der Raumluft erreicht werden. Bereits ab 5 bis 8 Volumen­-% CO₂ in der Atemluft droht Erstickungsgefahr. Verstärkter Atemantrieb oder Atemnot sind mögliche Warnzeichen.

Das Sachgebiet „Betrieblicher Brandschutz“ hat in einem Projekt mit praktischen Löschversuchen folgende Ergebnisse für kleine und enge Räume, wie z.B. Schaltschrank-, Server-, Lager-, (Aufzug-) Triebwerksräume ermittelt:

Die bisherigen, auf das gesamte Raumvolumen bezogenen, Berechnungen hinsichtlich der zu erwartenden CO₂-Konzentration im Raum müssen korrigiert werden. Es muss mit einer anrechenbaren Raumhöhe von maximal 2 m statt der tatsächlichen Raumhöhe gerechnet werden.

Um keiner Gefährdung durch das freigesetzte CO₂ ausgesetzt zu sein, bedeutet dies, dass für eine Person die sich im Raum aufhält um einen Brand zu löschen, pro Kilogramm CO₂-Löschmittel mindestens eine freie Grundfläche von 5,5 m² vorhanden sein muss. Es gilt:

– 2 kg CO₂-Feuerlöscher erfordern mindestens 11 m² freie Grundfläche.
– 5 kg CO₂-Feuerlöscher erfordern mindestens 27,5 m² freie Grundfläche.

Wenn das Verhältnis von Raumgröße (freie Grundfläche!) zu Löschmittelmenge kleiner als 5,5 (m²/kg) ist, muss das Löschen des Brandes von außen durch den geöffneten Türspalt erfolgen. Anschließend ist die Tür zu schließen. Der Brandraum darf danach nur noch nach wirksamen Belüftungsmaßnahmen oder geschützt mit umluftunabhängigem Atemschutzgerät betreten werden, z.B. durch die Feuerwehr.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung hat der Unternehmer oder die Unternehmerin die bereitgestellten CO₂-Löschmittelmengen (Feuerlöscher) in Bezug zu den Raumgrößen zu überprüfen. Gegebenenfalls sind weitere oder andere technische und/oder organisatorische Maßnahmen (z.B. andere Löschmittel, von außen zu betätigende Löscheinrichtungen, Kleinlösch- oder Objektlöschanlagen, Betriebsanweisung, Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung) zu treffen.

Quelle #DGUV

 

Dicht schließende Türen

Dicht schließende Türen im Sinne des Baurechtes sind zwar i. d. R. auch Bestandteil von Bau- und Betriebsanforderungen an Gebäude und müssen daher wie vorgegeben eingebaut und erhalten werden. Sie sind aber nicht kennzeichnungspflichtig und müssen nicht selbstschließend, also mit Türschließern ausgestattet sein. Sie sind deshalb nicht so ohne Weiteres vor Ort erkennbar und die hier beschriebenen Anforderungen an den Betrieb von Rauch- und Brandschutztüren sind so nicht darauf anwendbar.

Dicht schließende Türen werden z. B. an Schlafräumen in Wohn-, Pflege- oder Beherbergungseinrichtungen verlangt, damit bei nächtlichen Bränden möglichst kein Rauch in die Räume eindringt; oder an Abstell- oder Anschlussräumen in Bürogebäuden, damit die Rauchausbreitung bei Entstehungsbränden unterbunden werden kann.

Damit sie im Brandfall wirklich geschlossen sind, dürfen Rauch- und Brandschutztüren auf keinen Fall verkeilt, festgebunden oder sonst wie festgesetzt werden. Diese an für sich selbstverständliche Regel wirft im betrieblichen Alltag immer wieder große Probleme auf. Weil die enorme Schutzwirkung solcher Türen für die Gebäudenutzer eher abstrakt bleibt, während die mühsame Benutzung der schweren Türen tagtäglich spürbar ist, muss immer wieder damit gerechnet werden, dass die Türen unerlaubt offen gehalten werden. Die wiederkehrenden „Argumente“ sind z. B.:

  • die Tür ist mir zu schwer,
  • ich habe keine Hand frei oder muss einen Wagen o. Ä. mitführen,
  • die geschlossene Tür erschwert die Kommunikation oder die Lüftung und soll deshalb offen bleiben,
  • wir schließen die Tür immer bei Geschäftsschluss, tagsüber merken wir ja, wenn Gefahr droht.

Dazu sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

Es gibt außer der Verwendung einer zugelassenen Feststelleinrichtung (s. u.) keine zulässige Möglichkeit, Rauch- oder Brandschutztüren geöffnet zu halten. Sie müssen nicht nur zu bestimmten Zeiten geschlossen sein, sondern immer, wenn sie nicht gerade durchquert werden. Zu Transportzwecken kann eine Tür ausnahmsweise verkeilt werden, aber der Keil muss unmittelbar nach Passieren der Tür wieder entfernt werden.

Weil diese Vorgehensweise tatsächlich im Betriebsalltag die Arbeitsbedingungen erheblich erschweren kann, ist es sinnvoll, mehr als nur gelegentlich benutzte Rauch- oder Brandschutztüren nach Möglichkeit mit zugelassenen Feststellanlagen (Abb. 3) auszustatten, die im Brandfall selbsttätig auslösen. Dies gilt umso mehr, wenn häufig sperrige Güter transportiert werden oder Menschen mit bestimmten körperlichen Einschränkungen die Türen passieren müssen. Eine Feststellanlage besteht i. d. R. aus einem Feststellelement (elektrischer Haftmagnet oder Türschiene) und ist mit Rauchmeldern bzw. einer Brandmeldeanlage gekoppelt. Deren Signal löst im Brandfall die Arretierung, sodass die Tür zufällt (wobei sie natürlich normal passierbar bleibt). Dies erleichtert nicht nur den innerbetrieblichen Personen- und Warenverkehr ungemein und ermöglicht eine freundlichere Raumwirkung, sondern schont auch die sehr schweren Türen vor starkem Verschleiß oder vor Beschädigung durch Verkeilen (s. u.).

 

Unterweisungsthema Türen

Die Beschäftigten müssen immer wieder darauf hingewiesen werden, dass das Festsetzen der Türen kein „Kavaliersdelikt“ ist. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass im Falle eines Schadens ein solches Verhalten als grob fahrlässig einzustufen ist und ggf. neben haftungs- auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es muss klargestellt werden, dass die Türen eine Lebensversicherung für alle Gebäudenutzer darstellen und sie keinesfalls nur dazu da sind, außerhalb der Betriebszeiten den Sachwertschutz sicherzustellen. Außerdem sollte man bei Bedarf darauf hinweisen, dass durch unsachgemäßes Verkeilen die Türen leicht verziehen, nicht mehr dicht schließen und dann kostenaufwendig überholt werden müssen. Beschäftigte sollten dazu angehalten werden, Mängel an Türen zu melden und so die für Haustechnik Verantwortlichen zu unterstützen.

Quelle #Haufe

 

Unser Kursangebot

Um solche und andere Themen im Bereich Brandschutz zu klären, bieten wir für jeden die passende Schulung an. Schaut doch mal vorbei:

Neue Kurstermine 2018

Bevor wir uns in die Winterpause verabschieden, möchten wir uns bei allen Kunden und Teilnehmern bedanken, die uns in diesem Jahr begleitet haben! Wir hoffen, dass ihr uns auch im neuen Jahr die Treue haltet.

Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Wir sind dann wieder wie gewohnt ab dem 02.01.18 in der Zeit von 09:00-17:00 für euch erreichbar.

Eure RESQmed

Einsatzmöglichkeiten von Löschdecken

Löschdecken sind für das Ablöschen von brennenden Personen nur bedingt geeignet, von Speisefettbränden sogar ungeeignet. Die Vorschriftenlage:

Löschdecken bestehen aus schwerentflammbaren Materialien und dienten in der Vergangenheit vielen Zwecken, so der Bekämpfung von Personenbränden oder dem Ablöschen von Speisefettbränden in Hotels, Gaststätten oder Küchen.

DIN 14155 und DIN 1869

Sie wurden in Deutschland nach DIN 14155 geprüft und hergestellt. Nach heutigem Stand der Technik und nach entsprechenden Untersuchungen, z.B. der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel im Bereich der Speisefettbrände 1999 (siehe auch Brandklasse F), sind Löschdecken für das Ablöschen von brennenden Personen nur bedingt geeignet, für das Ablöschen von Speisefettbränden im gewerblichen Bereich sogar ungeeignet (siehe DGUV Regel 110-002 Arbeiten in Küchenbetrieben). Die bisherige Norm DIN 14155 wurde deswegen ersatzlos zurückgezogen. Löschdecken nach DIN 14155 entsprechen somit nicht mehr dem Stand der Technik. Versuche der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel BGN an einer brennenden Puppe ergaben, dass mithilfe von Feuerlöschern oder einer Notdusche, wenn vorhanden, eine effektive Brandbekämpfung schnell und sicher erfolgen kann.

Die neue europäische Norm DIN EN 1869 trägt diesem bisher Rechnung, sodass der Einsatz von Löschdecken nur im Bereich kleiner Entstehungsbrände auf Oberflächen oder bei Speisefettbränden im Privatbereich bis maximal 3 kg Fettmenge vorgesehen werden soll. Allerdings ist zukünftig mit einer Änderung dieser Norm auf europäischer Ebene zu rechnen.

Einsatzmöglichkeiten von Löschdecken

Löschdecken sollten daher nur dort eingesetzt werden, wo folgende Bedingungen vorhanden sind:

  1. schnelle Brandentdeckung durch anwesende Personen oder Brandmelder
  2. kleine Flächenbrände; Brände von Körpern wie PCs oder Materialien sind mit einer Löschdecke aufgrund der mangelhaften Abdeckung nicht beherrschbar.
  3. Die zu erwartenden Brände sind bezüglich ihrer Fläche wesentlich kleiner als die eingesetzte Löschdecke.
  4. Es handelt sich um reine Flammenbrände, also brennbare Flüssigkeiten oder brennbare Feststoffe in der ersten Brandphase.

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Heute haben wir die Gelegenheit genutzt und haben in #Siegburg bei unserem Kunden Dr. Starck & Co. neue #Brandschutzhelfer für den Einsatz im eigenen Betrieb und Außendienst ausgebildet. Da die Firma ein großer Industriedienstleister im Bereich Gebäude- und Umwelttechnik, Isoliertechnik und im Rohrbau ist, liegt der Geschäftsleitung das Thema #Brandschutz sehr am Herzen! Wir freuen uns, wieder einmal unsere #Stärke und #Kompetenz zeigen zu dürfen und als zuverlässiger #Partner zur Seite zu stehen…

www.RESQmed.de