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Wie Medizinstudenten dank einer App Leben retten

© Bild: GettyImages/iStockphoto/KittisakJirasittichai/iStockphoto

„Oh, da ist ein Herzinfarkt – ich muss los.“ Mit diesen Worten brach Veronika Sperl ein Frühstück mit Studienkollegen ab, um bei einem Notfall Hilfe zu leisten. Alarmiert wurde die 22-Jährige nicht direkt über einen Notruf – sondern über die neue App „Die Lebensretter“, für die sich Medizinstudenten seit Kurzem als Erstretter registrieren lassen kann. Damit soll nicht nur das Netz von Ersthelfern bei einem Rettungseinsatz verdichtet, sondern wertvolle Zeit verkürzt werden, bis Erste-Hilfe-Maßnahmen gesetzt werden.

Das funktioniert so: Über die App erfahren die Registrierten dank Smartphone-Ortungsdiensten, wenn in der Nähe ihres Aufenthaltsort ein Notfall passiert. Wer verfügbar ist, meldet sich und wird zum Einsatzort navigiert. Ist man noch vor der Rettung vor Ort, beginnt man sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen oder gegebenenfalls einer Reanimation, bis der Notarzt eintrifft.

Ob Herzinfarkte, plötzlicher Herztod oder ein Herz stillstand aus anderen Gründen: Pro Minute, in der nichts getan wird, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn bis zwölf Pro zent. Auch in einem per fekten Rettungssystem dauert es et wa elf Minuten bis der Not arzt am Einsatzort eintrifft. Man kann sich also aus rechnen, wie rasch die Chancen für das Überleben sinken.

Jakob Eichelter, Initiator der Lebensretter-App (im Bild unten ganz rechts), beschäftigen diese Fakten nicht erst, seit er Medizin studiert. Ein Notfall im familiären Umfeld zeigte ihm vor einigen Jahren, wie notwendig schnelles Eingreifen sein kann. Seit seinem Zivildienst als Notfallsanitä ter bei der Wiener Rettung engagiert er sich ehrenamtlich beim Verein „Puls“, der im Kampf gegen plötzlichen Herztod das Bewusstsein für Erste Hilfe erhöhen will.

© Bild: ÖHMed Wien

In anderen Ländern funktionieren derartige Ersthelfer-Apps bereits sehr gut. In Österreich gibt es seit zwei Jahren gute Erfahrungen mit einer App, die allerdings bisher nur für ausgebildete und registrierte Sanitäter zugänglich war. Aber nicht alle ausgebildeten Sanitäter sind darauf angemeldet. Doch bei Notfällen mit Herzstillständen gilt: Je mehr kundige Ersthelfer in der Nähe sind, desto höher ist die Chance für Betroffene, zu überleben.

Win-win-Situation

Diese bestehende App auf Medizinstudenten auszuweiten, lag daher für Eichelter auf der Hand – und er schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn Erste- Hilfe-Praktika und Reanimation stehen bereits in den ers ten Studiensemestern auf dem Lehrplan. „Auf der Med Uni Wien gibt es fast 8000 Studenten, die darin ausgebildet sind. Es ist doch schade, dieses Potenzial für Notfalleinsätze brachliegen zu lassen.“ Auch von Studentenseite besteht großes In te resse dabei mitzumachen. Direkt nach der ers ten Infoveranstaltung im März ließen sich 300 registrieren und wurden nach Überprüfung ihrer Daten und Zeugnisse freigeschaltet. Veronika Sperl, die derzeit im vier ten Semester studiert, hatte die Prozedur schnell hinter sich. „Es war selbstverständlich, bei diesem Projekt mitzumachen.“

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© Bild: Grafik

Im Alltag trauen sich viele die Erste Hilfe bei einem Notfall nicht zu. „Der größte Hemmschuh ist die Angst“, weiß Eichelter. Doch im Gegensatz zu Menschen, de ren letzter Erste-Hilfe-Kurs schon viele Jahre zurückliegt, sind die Medizinstudenten auf dem aktuellsten Stand. Und: „Sie trauen sich, es zu tun. Jemanden dabeizuhaben, der weiß, was zu tun ist, gibt vielen Angehörigen Sicherheit.“ Für Veronika Sperl war bereits ihr erster Einsatz in der Praxis eine gute Erfahrung. Sie kam gleichzeitig mit dem Notarztwagen zum Einsatzort. „Am Weg habe ich noch durchdacht, was zu tun ist, aber gleichzeitig war ich sehr ruhig. Ich wusste, dass ich alles richtig machen werde.“

Lebensretter: Jede Sekunde zählt

Das Projekt Umgesetzt wird  das Projekt (Gratis-Download der App „Die Lebensretter“)  mit Wiener Berufsrettung, Verein Puls und Verein Lebensretter. Die ÖH Med Wien übernimmt den Kontakt zu Studierenden. Finanziert wird die App vom Verein Lebensretter.

Der Ablauf Geht bei der Leitstelle der Wiener Rettung ein Notruf mit Verdacht auf Herzstillstand ein, werden auch registrierte Lebensretter in der Nähe verständigt. Es sind immer mehrere, um die Erste Hilfe zu gewährleisten. Die ersten werden zum Einsatzort geleitet.

#kurier.at

Den Motorradhelm auflassen oder abnehmen? Bei einem bewusstlosen Motorradfahrer muss der Helm abgenommen werden. Bewusstlose Unfallopfer schweben immer in akuter Lebensgefahr, da die erschlaffte Zunge die Atemwege blockieren kann. Verunglückte Biker haben zudem häufig ein Schädel-Hirn-Trauma. Symptomatisch ist dabei das Erbrechen, was ebenfalls zum Ersticken führen kann. Um die Atemwege freizumachen, muss der Kopf sanft nach hinten gebeugt und der Mund geöffnet werden, was mit Helm nicht möglich ist.

Wie wird der Helm richtig entfernt? Der Motorradhelm muss sehr vorsichtig abgenommen werden. Wenn die Halswirbelsäule des verunglückten Fahrers verletzt sei, könne eine ruckartige Bewegung seines Kopfes eine Lähmung zur Folge haben. Zuerst wird das Helmvisier aufgeklappt, der Kinnriemen geöffnet und der Kopfschutz behutsam in Längsrichtung vom Körper weg soweit abgezogen, bis der Helfer mit der einen Hand den Hinterkopf stützen kann. Danach den Helm komplett herunterziehen, wobei Kippbewegungen des Kopfs zu vermeiden sind. Falls ein zweiter Ersthelfer am Unfallort ist, sollte er mit anfassen. Dann wird der Kopf des Motorradfahrers vorsichtig auf dem Boden abgelegt und die Atmung überprüft.

Wie kontrolliert man die Atmung? Das geht am besten, wenn sich der Ersthelfer mit seinem Kopf über das Gesicht des Verletzten beugt und dabei auf dessen Brustkorb schaut: So kann man gleichzeitig den Atem hören, an der Wange spüren und sehen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt. Ist nichts davon der Fall, sollte der Ersthelfer mit der Wiederbelebung beginnen – nach Möglichkeit 30 Herzdruckmassagen und zwei Atemspenden im Wechsel, bis der Rettungswagen eintrifft. Am wichtigsten ist dabei die Herzdruckmassage. Die Mund-zu-Mund-Beatmung sei verzichtbar, wenn der Helfer sie nicht machen will oder kann.

Wie bringt man einen verletzten Kradfahrer in Sicherheit? Liegt ein verletzter Biker mitten auf der Straße, sollte er am Fahrbahnrand in Sicherheit gebracht werden. Das geht wie bei allen Unfallopfern, die sich nicht aus eigener Kraft bewegen können, am besten mit einem speziellen Rettungsgriff. Dafür wird der Betroffene leicht aufgerichtet, damit der Helfer die eigenen Arme unter seinen Achseln hindurchschieben kann. Dann mit beiden Händen einen Unterarm des Verletzten fassen, so dass dieser quer vor dessen Brust liegt. Daumen und Finger liegen dabei nebeneinander (nicht den Arm umklammern), um keinen Druck auf die Magengrube auszuüben. Bei Motorradfahrern ist besonders darauf zu achten, dass der Kopf nicht kippt.

Darf man bewusstlose Biker in die stabile Seitenlage bringen? Wenn ein Unfallfahrer zwar bewusstlos ist, aber selbstständig atmet, sollte er an einer sicheren Stelle in die stabile Seitenlage gebracht werden. Auch wenn die Halswirbelsäule womöglich verletzt ist, sei das sinnvoll. Wichtig ist auch hier, den Kopf zum Schutz vor einer Lähmung möglichst wenig zu bewegen. Die Seitenlage hat den Vorteil, dass Blut und Erbrochenes abfließen können und die Atemwege frei bleiben.

Sollte das Unfallopfer entkleidet werden? Bei stark blutenden Wunden oder inneren Verletzungen kann eng anliegende Motorradkleidung wie ein Druckverband wirken. Auch halte sie den Verletzten warm, das sei im Sommer wie im Winter gleichermaßen wichtig. Jeder zweite Schwerverletzte kommt im Sommer unterkühlt in die Klinik, was zu großen Problemen bei der intensivmedizinischen Versorgung und der Nachbehandlung führen kann. Durch eine Unterkühlung könnten zum Beispiel der Zuckerstoffwechsel und die Funktion von Herz und Nieren schwer gestört sowie das Immunsystem unterdrückt werden. Daher sollten Verunglückte immer mit der Rettungsdecke aus einem Kfz-Verbandskasten eingehüllt werden – auch im Hochsommer.

Welche Verletzungen müssen zuerst versorgt werden? Häufig brechen sich Kradfahrern bei einem Sturz die Knochen in Armen und Beinen oder die Hüfte. Zunächst sollten Ersthelfer sichtbare Frakturen und stark blutende Wunden an freiliegenden Körperstellen mit Verbänden bedecken. Hautabschürfungen und kleinere Schnitte sind zu vernachlässigen. Wenn Biker bei einem Unfall unter einer Leitplanke hindurchrutschen, können dabei sogar Gliedmaße abgetrennt werden, gerade die Beine sind gefährdet. In diesem Fall, sollte man den Stumpf mit keimfreiem Verbandszeug abdecken. Oft stoppe die Blutung kurz danach. Das Amputat sollte schnell in eine sterile Kompresse oder ein Verbandtuch gewickelt, in eine Plastiktüte gesteckt und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Kann man als Ersthelfer für Fehler bestraft werden? Bei einem Verkehrsunfall sind Zeugen und Unfallbeteiligte zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet. „Helfer müssen das objektiv Mögliche und subjektiv Zumutbare tun“, sagt Frank Häcker, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Aschaffenburg. Sein eigenes Leben muss also niemand aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen. Machen Laien bei Rettungsmaßnahmen Fehler, brauchen sie keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Wer aber untätig bleibt, muss sich auf eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr gefasst machen.

Quelle #Welt

Wenn sich die Kleinen verletzen, ist schnelles Handeln wichtig. In der Elternfrage des Monats trifft Magdalena Neuner für euch Ärztin Dr. Frederike Miller und spricht mit ihr über Erste Hilfe bei Kindern:

DAK-Gesundheit

Unser Kursangebot zum Thema:

Wir bieten euch Erste Hilfe Kurse an, die den Inhalten des „DGUV Grundsatz 304-001“ Erste Hilfe entsprechen. Sprecht uns auf individuelle Termine oder unsere festgelegte Kurstermine an. Den Link dazu findet ihr hier:

Anmeldeformular

Wenn Orgelbrausen durch die Kirche zieht
Und Glockenklang im Herzen rührt,

Wenn Kinder stehen bleiben
Und staunend auf die Lichter zeigen,

Wenn durch den Tannenwald, den düstern
Die Zweige fröhlich flüstern
Und tausend selige Gedanken
Durch den Himmel tanzen –

Dann kommt für die ganze Welt
Die schönste aller Zeit –
Die Weihnachtszeit!

(© Monika Minder)

Checkst du den #Rauchmelder regelmäßig in deiner Wohnung?

Wichtige #Brandschutzmaßnahmen werden oft vernachlässigt. Das will die englische #Feuerwehr aus Kent nun ändern. Mit einer lustigen Dirty-Dancing-Parodie wollen sie auf den #Brandschutz aufmerksam machen.

http://pic.twitter.com/yA8mYOdrPm

#kentfirerescue #feuer #brand #dirtydancing #parodie #comedy

Ähnlich wie in regulären Erste-Hilfe-Kursen lernen Teilnehmer der MHFA-Kurse von geschulten Referenten etwas über mögliche Notfälle: Woran genau lassen sich Depressionen, Angsterkrankungen, Panikattacken oder Psychosen erkennen? Wie verhalten sich Suizidgefährdete? Was macht eine Sucht aus? Und sie lernen auch seelische Wundversorgung: In Rollenspielen üben sie etwa, wie sie reagieren können, wenn jemand Wahnvorstellungen hat. Wie sie Anzeichen einer seelischen Krise erkennen oder jemandem mit Suizidgedanken Halt geben können. Unterstützend gibt es Handbücher zum Nachlesen, die auch online frei verfügbar sind.

Entwickelt wurde das Projekt von einem australischen Paar, dem Psychologen Tony Jorm und der Krankenpflegerin Betty Kitchener, die selbst mehrfach depressive Episoden durchlebte. Ihre persönlichen Erfahrungen offenbarten Lücken im System: Es gebe eine Vielzahl von Erkrankten, die Hilfsangebote seien regional ungleich verteilt und der Bedarf an Behandlungen nicht gedeckt.

Wir brauchen, schreiben Kitchener und Jorm in einem Forschungsbericht, „eine Lösung, die außerhalb des herkömmlichen Gesundheitssystems liegt.“ Die sahen sie in Laien, die mehr über psychische Probleme und deren Versorgung wissen. Mit Psychologen, Psychiatern, Verbraucherschützern, Pflegekräften und Sozialarbeitern aus mehreren Ländern sichteten sie wissenschaftliche Literatur und sammelten Expertenmeinungen, um einen Erste-Hilfe-Kurs für psychische Gesundheit zu entwerfen.

Im Jahr 2000 fand dieser erstmals statt. Inzwischen ist das Projekt weltweit bekannt: Mehr als zwei Millionen Menschen in Nordamerika, Europa, Asien und Australien haben daran teilgenommen. Wohltätige Organisationen und Regierungsbehörden haben die Kurshandbücher in ihre Landessprachen übersetzt. Vor allem in den USA erhält die Bewegung viel prominente Unterstützung: Michelle Obama hat bereits einen Kurs absolviert, ebenso Football-Star Brandon Marschall. Und die Stiftung „Born This Way“ der Sängerin Lady Gaga will MHFA-Kurse finanziell unterstützen.

Vier Dutzend Studien bekräftigen den Erfolg: Die Erste-Hilfe-Kurse erweitern nicht nur den Horizont der Teilnehmer. Diese trauen sich nachher auch eher zu, anderen ihre Hilfe anzubieten und tun dies tatsächlich auch öfter als Erwachsene, die keinen Kurs absolvierten. Das zeigte zum Beispiel eine 2014 veröffentlichte schwedische Übersichtsarbeit mit Daten von mehr als 3000 Teilnehmern aus mehreren Ländern.

In Deutschland sind die Kurse weitgehend unbekannt. „Hierzulande existieren bereits zahlreiche Projekte, die Menschen über psychische Beschwerden aufklären“, sagt Ulrich Hegerl, Direktor des Universitätsklinikums Leipzig und Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Unter dem Dach der Stiftung und in Zusammenarbeit mit den regionalen Bündnissen gegen Depression würden etwa Lehrer, Pfarrer, Apotheker und Polizisten darin ausgebildet, zu erkennen, wenn ein Mensch depressiv ist und Suizid begehen will – und darauf entsprechend zu reagieren. Dieses Projekt sowie Aufklärungsmaßnahmen bei Hausärzten und in der Bevölkerung hätten sich über die Grenzen Deutschlands ausgebreitet und bereits in einigen Regionen von 24 Ländern etabliert.

Einen Erste-Hilfe-Kurs mit Fokus auf mehrere psychische Erkrankungen hält Arno Deister, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) aber ebenso für sinnvoll: „Wenn jemand auf der Straße umfällt, rufen wir schnellstmöglich den Notarzt“, sagt Deister, der auch der Stiftung Seelische Gesundheit vorsitzt, die Aufklärungskampagnen unterstützt. „Wenn jemand tief verzweifelt ist, weiß keiner, was zu tun ist. Das müssen wir ändern.“

Es sei wichtig, die Menschen für psychische Probleme zu sensibilisieren. In schweren Krisen sendeten Betroffene immer Signale aus. Aber es brauche jemanden, der sie erkenne – und darauf reagiere. Ein Erste-Hilfe-Kurs wäre eine Möglichkeit, das Wissen dafür zu verbreiten.

 

Quelle Spiegel-Online

Sie sind zur Stelle, um Menschen in Not zu helfen. Doch die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr werden immer häufiger selbst zu Opfern: Über 1.000 Übergriffe während eines Rettungs- oder Löscheinsatzes zählte die DGUV, in den vergangenen fünf Jahren. „Diese Zahl spiegelt jedoch nur die meldepflichtigen Zwischenfälle, mit einer Arbeitsunfähigkeit ab vier Tagen“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Dies lässt vermuten, dass es insgesamt eine weitaus höhere Zahl an Übergriffen auf Einsatzkräfte gibt.“ Die Vorfälle reichen von vehementem Ignorieren oder Abwehren notwendiger Maßnahmen über Beschimpfungen und Bedrohungen bis hin zu Schlägen seitens der Hilfsbedürftigen oder Umstehenden. „Wir beobachten, dass unseren Einsatzkräften in letzter Zeit immer weniger Respekt entgegengebracht wird“, berichtet auch Lars Oschmann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverband (DFV).

Handlungsstrategien für Übergriffe auf einen Blick

Wie Verantwortliche von Rettungsdienst und Feuerwehr ihr Personal vor verbaler und tätlicher Gewalt schützen können, zeigt eine neue Publikation mit dem Titel „Prävention von und Umgang mit Übergriffen auf Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Feuerwehr (DGUV Information 205-027)“. Darin finden Leitungs- und Führungskräfte wichtige Tipps zur Planung, Organisation und Nachbereitung von Rettungs- oder Löscheinsätzen, so dass Konfliktsituationen erst gar nicht entstehen, nicht eskalieren oder die Folgen gering bleiben. Erarbeitet wurde die Publikation vom DGUV Fachbereich „Feuerwehren, Hilfeleistungen und Brandschutz“, gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband sowie mit weiteren Hilfeleistungsorganisationen, die Rettungsdienste betreiben.

Auch verbale Attacken sind Übergriffe und meldepflichtig

„Mit der Information geben wir Verantwortlichen nicht nur wichtige Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit Übergriffen zur Hand“, sagt Tim Pelzl, Leiter des Fachbereichs „Feuerwehren, Hilfeleistungen und Brandschutz“ der DGUV. „Wir wollen das Berufsfeld auch besser für diese Thematik sensibilisieren und Betroffenen die Hemmschwelle nehmen, besondere Vorfälle auch zu melden.“ Nur wenige Einsatzkräfte wissen, dass schon verbale Übergriffe zu psychischen Belastungen führen können und gemeldet werden sollten. Andere wiederum scheuen den Arbeitsaufwand einer Meldung an die Unfallversicherung oder Staatsanwaltschaft. Aus diesem Grund liegt die tatsächliche Zahl der Angriffe auf Rettungsdienste und Feuerwehren auch höher, als die Statistiken vermuten lassen. Ein mehrseitiges Musterformular im Anhang der DGUV Information erleichtert die Erfassung von Übergriffen.

Praktische Tipps zur Prävention und Deeskalation

Die DGUV Information zeigt außerdem auf, warum in Rettungssituationen Konflikte entstehen und wie Gefahrensituationen bewertet und reduziert werden können. Verantwortliche erhalten praktische Tipps zur professionellen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Rettungseinsätzen: So sollten Einsatzkräfte nicht nur die Hilfsbedürftigen, sondern auch deren Umfeld gut im Auge behalten, um Aggressionspotenzial rechtzeitig zu erkennen. Zudem sollten die Retter das eigene Handeln immer wieder verständlich erklären, um Missverständnisse zu vermeiden und bei Gefahr Unterstützung holen. „Es ist wichtig, dass Verantwortliche und Einsatzkräfte sich des Problems bewusst sind und sich schon im Vorfeld bestimmte Maßnahmen zurecht legen“, betont DFV-Vizepräsident Lars Oschmann. „So sind sie im Fall der Fälle nicht überrascht, sondern vielmehr in der Lage, schnell und richtig zu handeln.“

Angriffe ernst nehmen

Einsatzkräfte, die Opfer von verbalen oder körperlichen Angriffen werden, können unter akuten Belastungsreaktionen bis hin zu Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Dies führt nicht nur zu mangelnder Motivation oder zu Fehlern im Arbeitsablauf, sondern im schlimmsten Fall auch zur Berufsunfähigkeit, zur Kündigung oder zum Austritt aus dem ehrenamtlichen Dienst. „Für die Einsatzkräfte ist es wichtig zu wissen, dass ihre Vorgesetzten Konfliktsituationen jeder Art ernst nehmen und Maßnahmen zum Schutz ihres Personals ergreifen“, sagt Tim Pelzl. Die DGUV Information gibt den Leitungs- und Führungskräften wertvolle Tipps, wie sie dieser Verantwortung gerecht werden können.

Interessierte können die Broschüre „Prävention von und Umgang mit Übergriffen auf Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Feuerwehr (DGUV Information 205-027)“ in der DGUV Publikationsdatenbank kostenfrei herunterladen oder dort als gedrucktes Exemplar bestellen. Mitgliedsunternehmen können die Informationsschrift kostenfrei über ihre Unfallkasse beziehen.

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